September 25th, 2014

Giulietto Chiesa über Massenerschiessungen von Zivilisten am Donbass.

Italienischer Journalist Giulietto Chiesa  ist überzeugt, dass man von den Massengräbern der am Donbass erschossenen Zivilisten Nichts in den europäischen Medien hören wird.
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Sollten sich die Meldungen über Massengräber von Zivilisten am Donbass bestätigen, werden sie sicher Explosionspotential haben. Russland sowie Anführer der Volkswehr und Politische Leader von DVR und LVR sollen laut davon sprechen.

Genau so wie die tragischen Ereignisse in Odessa am 2. Mai 2014 hätten diese Ereignisse nicht nur Innenukrainischen sondern globalen Charakter. Es muss unbedingt dazu kommen, dass nicht nur in Russland und am Donbass darüber geredet wird, sondern auch im Europaparlament und dem europäischen Sicherheitsrat. Die OSZE muss darüber reden.

In der Tat erfahren wir nur sehr wenig davon, was in den letzten Monaten am Donbass passiert ist. Was war die Rolle der sogenannten Nationalgarde, die sich sehr aktiv an der Strafaktion im Osten der Ukraine beteiligt hat. Es gibt die furchtbarsten Gerüchte. Die Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung sind offenslichtlich gigantisch.

Die Aussage von Aleksej Pushkov bei der letzten PACE Versammlung - sollten sich seine Angaben bestätigen - ist ein ernst zu nehmender Grund Internationale Ermittlungen zu starten. Diese Ermittlungen dürfen nicht rein Ukrainische Angelegenheit werden, die höchstwahrscheinlich selbst hinter den Ereignissen steckt und die Ermittlungen deswegen zu sabotieren versuchen wird. Das muss eine internationale Angelegenheit werden. Nach der Ereignissen in Odessa hat man klar gesehen, dass die Ukrainische Führung nicht an objektiven Ermittlungen interessiert ist.

Doch gibt es nur wenig Hoffnung, dass es zu solchen Ermittlungen kommen wird, geschweige denn, dass diese zu irgendwelchen Objektiven Schlüssen führen würde. Zurzeit sprechen nur die russischen Medien davon. Europäische Medien schweigen dazu. Die Europäter wissen davon gar nichts und ich kann mit fast 100% Sicherheit behaupten, dass das auch so bleibt. Man wird über die Massenerschiessungen nicht einmal unter Fragezeichen berichten.

Diese Tatsachen werden einfach tot geschwiegen, so wie die Ereignisse in Odessa tot geschwiegen wurden. Ich treffe mich oft mit Menschen. Ein mal war ich auf einem Treffen in Norditalien, wo ich über die Situation in der Ukraine berichtet habe. Von den 400 Menschen die dort anwesend waren hat nicht ein einziger von den Ereignissen in Odessa gehört. Die Selbstzensur in den europäischen Medien ist einfach erschreckend.

Die Menschen fragen sich nicht einmal, wo denn die Ergebnisse der Ermittlungen zum Abschuss der Malaisischen Boeing bleiben. Die Blackboxen befinden sich schon lange in Großbritanien, und es gibt immer noch keine verlässliche Information darüber wer die Maschine abgeschossen hat und welche Information in den Blackboxes tatsächlich steckt. Man hat in der Presse einfach aufgehört darüber zu reden. Deswegen bin ich sehr pessimistisch, dass diese neue Tragödie es in die europäischen Medien schafft.

Es gibt in Europa zweifelsohne erhliche Rechtler die sich wahrscheinlich auf eigene Faust der Sache annehmen werden. Doch wird man sie sicherlich medial isolieren. Die Regierungen werden schweigen und weiterhin ihre Unterstützung für Kiew, den Rechten Sektor und Poroschenko bekunden.

Mann soll und muss versuchen die Sache vor den internationalen Gerichtshof zu bringen, aber auch hier stehen die Chancen auf Erfolg schlecht. Mann muss alles mögliche dafür Unternehmen dass sie Schuldfrage geklärt wird, doch man soll sich nicht selbst täuschen - höchstwahrscheinlich wird Europa dazu schweigen.

http://ukraina.ru/opinions/20140925/1010586074.html

Zakharchenko : Die Nationalgarde nimmt Menschen für den Organhandel auseinander.

"Bei den in der Nähe von Donezk gefundenen Leichen fehlen innere Organe" - so DVR Premierminister Aleksandr Zakharchenko

"Bei einer Untersuchung der Massenbegräbnisse von Zivilisten, die nach dem Rückzug ukrainischer Armee entdeckt wurden, hat sich herausgestellt, dass bei einer großen Anzahl von Körpern die inneren Organe fehlen. Bis jetzt konnte man die Umstände unter denen die Organentnahme durchgeführt wurde nicht ermitteln" - erzählte Zakharchenko.


Foto: RiaNovosti. Michail Woskresenskij.

"Ich habe persönlich zwei solche Fälle gesehen: der Brustkorb war aufgeschnitten gewesen und der Bauch aufgerissen. Das kann entweder ein chirurgischer Eingriff gewesen sein, oder eine Kampfverletzung. Doch sind wir in Besitzt von Informationen wonach die Nationalgarde Gefangene und sogar eigene Verwundete für den Organhandel "ausschlachtet"".

Klarheit erhofft man sich von weiteren medizinischen Untersuchungen. Diese gestalten sich, nach Angaben des Premiers, wegen sehr schlechten Zustands der Leichen äußert schwierig und könnten viel Zeit in Anspruch nehmen.


Foto: Ria Novosti. Valerij Melnikow.

Insgesamt wurden auf dem ehemals von der ukrainischern Armee kontrolliertem Territorium vier Massenbegräbnisse mit Zivilisten und sechs mit ukrainischen Soldaten entdeckt. Zakharchenko ist sich sicher, dass man bei Enakievo, Starobeschevo, Telmanovo und anderen Ortschaften noch viele Solche Gräber finden wird.
"Nicht alle Massengräber können gefunden werden. Manche sind gut versteckt, einige vermient. Das Gesamtbild ist überall gleich: fehldene Köpfe, Schusswunden, abgehackte Körperteile" - so der Premierminister.

Im Juli tauchten Informationen auf, wonach der Kommandeur des Freiwilligen-Bataillons "Donbass" Semen Semenchenko und der Anwalt von Julia Timoschenko Sergej Wlasenko in den Organhandel verwickelt sind.

http://ukraina.ru/news/20140925/1010583691.html