September 5th, 2014

In eigener Sache.

Leider komme ich zur Zeit wegen beruflicher und familierer Situation kaum noch dazu neue Sache zu posten. Ich hoffe, dass sich das ab Mitte nächster Woche etwas entspannt. Bis dahin werde ich versuchen ab und zu mal kleinere Sachen zu posten.

Grüße,
Donbassfront

Kämpfe um Mariupol

"Der Hauptcheckposten der ukrainischen Armee vor Mariupol ist heute Morgen von der Neurussischen Armee zerstört worden" - so Augenzeugen.

Nach Angaben des Kommandostabes von Novorossija sind im Laufe des vergangenen Tages etwa 50 ukrainische Soldaten bei Mariupol getötet worden. Diese Angaben werden vom Kommandeur des freiwilligen Bataillons "Azow" bestätigt, dessen Soldaten zur Zeit noch die Stadt besetzen. Er gab auch an, dass zur Zeit noch etwa 60 seiner Kämpfer in der Stadt seien. Schwere Fahrzeuge hätten sie nicht.

Nach Augenzeugenberichten hört man seit 7:00 Uhr früh in Mariupol laute Geräusche die Raketensalven aus GRAD Systemen ähneln.  Das Geräsuch ähnelt

Die Stadt ist seit dem 1. September komplett von der Volkswehr umzingelt. Nach Berichten der Medien sind sowohl Einheiten der regulären ukrainischen Armee als auch der freiwilligen Bataillons in der Stadt eingekesselt. Bis jetzt gab es noch keine Versuche die Stadt zu stürmen.

Gestern berichteten die Einwohner von Mariupol von Kämpfen in den Vororten zwischen der Volkswehr und der ukrainischen Armee. Die Armee der Novorossija befindet sich zur Zeit in etwa 7 Kilometern von der Stadt entfernt. 

Zaporishia wird vermient

Die Regierung der Zaporiszhia (Запорожье) plant eine Vermienung der Bezirksgrenden. Das gab der Leiter der Regionverwaltung Valerij Baranov während einer der gestrigen "patriotischen" Aktionen, von denen es in der letzten Zeit immer mehr gibt.

"Wir alle zusammen, nachdem wir Blockposten errichtet und ein Freiwilligenbataillon zusammengestellt und zur Grenze geschickt haben, haben heute begonnen Verteidigungslinien zu errichten. Unsere neuen 800 Freiwilligen wurden schon mit Arbeitskleidung ausgestattet. Ebenfalls heute werden wir unsere Verteidiungslinien um Mienenfelder erweitern" - so der Gouverneur, zitiert von den hiesigen Massenmedien.

Früher rief er die Stadtbewohner unter dem Motto "Der Feind kommt nicht durch" dazu auf in der Stadt Schützengräben zu graben. Ähnliche Aktionen gab es auch in Berdjansk und Mariupol. Alle die sich dazu berufen fühlen, zur Ehre der "Einig Ukraine" Erdarbeiten zu verrichten sollen sich am Samstag um 8:00 Uhr vor der Bezirksverwaltung einfinden. Werkzeug, Wasser und Mützen müssen die Einwohner selbst mitbringen.

Früher gab es Berichte, dass man in Erwartung der Kämpfe in Mariupol mit der Errichtung von Schützengräben begonnen hätte, während sich die ukrainische Armee fast nicht blicken liess. Dafür sehe man die freiwilligen Bataillone wie "Azow", wo, wie die Medien skeptisch berichten, "besonders viele Europäer kämpfen".

Waffenstillstand um 18:00 Uhr (?)



Interfaks teilt gerade mit (http://lifenews.ru/news/139844), dass es in Minsk zur Vereinbarung eines Waffenstillstands zwischen der Junta auf der einen und DVR und LVR auf der anderen Seite gekommen sei. Der Waffenstillstand soll ab heute 18:00 gelten.

Im Wesentlichen braucht die Junta diesen Waffenstillstand eher als DVR/LVR. Die Truppen der Junta brauchen eine Pause, um sich neu zu gruppieren und die Frontlinien wieder herzustellen. Die Verhandlungen selbst sind ein Schritt in Richtung "Großes Transnistrien", wobei zwei weitere Regionen sich von der Ukrainie abspalten würden. Doch rückt dabei auch die Perspektive eines "großen Neurusslands" in weite Ferne und faktisch würde die Macht immer noch in Kiew bleiben.

Die Frage, ob Novorossija dem Waffenstillstand zustimmen musste ist zweitrangig, da alle dazu führenden Schritte bereits früher gemacht wurden, angefangen mit Abkommandierung von Strelkov. Deswegen spiegelt diese Abmachung , falls sie natürlich überhaupt gemacht wurde ( noch ist der Text nicht öffentlich und es gibt nur Insider-Quellen) den aktuellen außenpolitischen Kurs des Kremls gegenüber Donbass wider.

Nichtdestotrotz, noch sind die Bedienungen des Waffenstillstandes nicht bekannt, sowie ob er überhaupt eingehalten wird und wo die Grenzlinien verlaufen werden. Wenn man berücksichtigt, dass USA nicht an einem Beilegen des Konfliktes interessiert sind, gibt es gute Gründe anzunehmen, dass auch wenn es einen Waffenstillstand geben sollte, dieser nur eine Pause vor weiteren Kriegshandlungen darstellen dürfte.

Sollten die Massenmedien voreilig gewesen sein, so ist alles wunderbar und die Vernichtung der übrig gebliebenen Kessel kann weiter gehen.

PS. Bei Mariupol gehen die Kämpfe weiter. Sturmgruppen der Neurussischen Armee konnten in die Stadt vordringen und einige Viertel von der Junta befreien. Das Gefecht wird wohl noch bis zum Abend andauern.

http://colonelcassad.livejournal.com/1769421.html

Ein ukrainischer Flüchtling erzählt

Einer der ukrainischen politischen Flüchtlinge erzählte, warum er sich dazu entschloss sein Land Richtung Russland zu verlassen.


.......

Unsere Tochter Maria ist schon 7 Jahre alt und am 1. September war ihr erster Schultag. Sie ist in ein einfaches Gymnasium in Moskaus Vorstadt gegangen, wo wir sie noch anzumelden schafften. Zwei Wochen vor Schulanfang. Alles ging ganz einfach - wir kamen zur Direktorin, die sagte - kein Problem, obwohl es fast keine Plätze in den ersten Klassen mehr gäbe, da man auch genug eigene Erstklässer hätte.

Aber da in der Ukraine das passiert ist, was passier ist, so hilft die Regionalverwaltung den Zwangsemigranten da wo sie kann. So verlangte man z.B. nicht sofort alle nötigen Papiere, die in Kiewer Schule liegen blieben in die Maria hätte gehen sollen. Übrigens, alleine an unserem Gymnasium sind wir sechs solcher Flüchtlinge. Eigentlich sind wir keine Flüchtlinge, sondern politische Auswanderer. Unser Haus wurde nicht gebombt, wir lebten fast acht Jahre lang in Kiew, obwohl wir beide - ich und meine Frau, in unseren Pässen Donbasser Registrierung stehen haben. Da kommen wir her.

Das wäre in dem Kiew, das wir verliessen, wenn nicht schon eine Straftat, doch ein garantiertes Problem was die offiziellen Angelegenheiten angeht, sowie schiefe Blicke der davon Wind bekommener "Urkiewer", Lwower und anderer "aufgeklärter" Ukrainier, die in Kiewer heute die Mehrheit stellen.

Wir mussten weg. Es ging nicht nur um Mascha. In den letzten Monaten wurde das Leben in Kiew moralisch unerträglich. Alle Gespräche auf der Strasse, in den Bussen und U-Bahnen - alles schlecht versteckter und manchmal absichtlich zur Schau gestellter Hass.

Ich kann mich noch an die "orangene Revolution" erinnern, als die Leute in Sammeltaxis wegen politischer Meinungsverschiedenheit auf einander los gingen. Jemand war für Yanukowitsch jemant für Yuschtschenko. Heute schlägt man sich nicht mehr, weil fast alle für die "Einig Ukraine" sind, doch man ist bereit jeden zu töten, der ein Wort dagegen sagt. Es ist nur deswegen so ruhig in Kiew, weil viele einfach den Mund halten.

Wir sind in der letzten Zeit nicht mal mehr auf der Strasse spazieren gegangen: Auf dem Kinderspielplatz sitzen Eltern, trinken Bier, spucken die Sonnenblumenkerne durch die Gegend, diskutieren über die gemeinen "Watniki" (abfällig für Russen). Und die Kinder spielen Bandera. Wenn du für die "Einig Ukraine" bist, dann ist das eine Idylle, sonst ein Alptraum. Ich stellte mir vor, wie Mascha früher oder später in der Schule erzählt, wovon Mama und Papa, die auf der Strasse schweigen, zu Hause reden, und mir wurde bange. Um sie und um uns.

Das Problem ist, dass wir für diese Stadt zu russisch sind. Zu Hause ein Haufen "falsche" Bücher, sprechen ausschliesslich russisch und den Namen unserer Tochter in "Maritschka" zu ändern, wie Abgeordnete Farion es vorschlug, waren wir auch nicht bereit. Es hielt uns in Kiew nichts mehr, die Freunde wandten sich ab, meine Auftraggeber waren in Russland, es ergab keinen Sinn mehr zu bleiben. Wir packten alles zusammen und fuhren weg.

Zu Schweigen fing ich in März an. Nach deren Sieg. Davor versuchte ich noch zu diskutieren, zu erklären: "was macht ihr, ihr zerstört mit eurem Gehüpfe den Staat!". Man hat mich angeschaut, genickt, doch die Augen meiner Opponenten waren bereits irgendwie glasig. Später erst verstand ich - der Tee auf dem Maidan, da war doch was drin. (von mir - aus eigenen Bekanntenkreisen weiss ich, dass mehrere Leute die auf dem Maidan längere Zeit verbracht haben, durch den Teekonsum drogenabhängig geworden sind).

Endgültig machte ich den Mund zu als mein ehemaliger bester Freund, fast ein Verwandter, mir vorschlug die Klappe zu halten, da er sonst dem "rechten Sektor" von meinen Reden erzählen würde. Und sogar der Verkäufer im Laden um die Ecke, mit dem wir früher entspannt quatschten, ich auf russisch er auf ukrainisch, fing irgendwann mir das Rückgeld mit einem solchen Gesichtsausdruck entgegen zu schmeissen, als ob es ihn eckeln würde und er mein Geld nicht haben möchte.

Mascha meldeten wir an einer ganz normalen Kiewer Schule gleich um die Ecke von unserem Haus an. Schulen die noch auf russisch unterrichten, gibt es in Kiew kaum noch. Die einzige zweisprachige Schule in unserem Einzugsgebiet, die erst vor zwei Jahren feierlich von Yanukowitsch eröffnet wurde, ist in aller Stille noch vor dessen Absetzung rein ukrainisch geworden. Eine Wahl hatten wir folglich nicht. Wir wählten die zu uns am nächsten liegende Schule aus. Dann war ich in Mai auf der Elternversammlung. Alles wie gewohnt - Infos für die Eltern
der Erstklässler, Rede des Direktors. Ein älterer Mann, "alte Schule". Sprach ukrainisch, spielte die patriotische Karte aus - "Sie verstehen, dass die Situation im Lande schwierig ist und die Schule kein Geld mehr hat. Stellt euch darauf ein die Schule zu unterhalten".

Das allein wäre ja kein Problem. Das Problem ist, dass die nichts gelehrt wird. Das Problem ist in der ersten Stunde, wo wahrscheinlich die blutigsten Stellen aus Hajdamaken ( Гайдамаки - ein Poem von Taras Schewtschenko) vorgelesen werden. Aus dem blutigsten und hasserfülltesten Werk von Schewtschenko  überhaupt. Wie soll ich meiner Tochter erklären, dass sie genau der "Moskal" ist, zu deren Abschlachtung da aufgerufen wird?

Ein anderer Freund, auch ein ehemaliger Maidan-Aktivist, rief mich vor der Abreise ab, hielt mir vor - niemand würde mir und Masche verbieten russisch zu sprechen. Sogar Jarosch würde russisch sprechen. Doch Kinder hat er nicht, und Bücher liest er auch nicht. Hab ihn einen Dummkopf genannt und aufgelegt.

Der Schuldirektor machte auf mich einen normalen Eindruck. Er hatte irgend eine Traurigkeit in den Augen. Ich glaube er spührte schon in Mai das Unheil aufziehen. Obwohl, in Odessa war bereits Schlimmes passiert. Ich weiss nicht, vielleicht muss er jetzt auch den Mund halten. Es gibt die noch, diese Ukrainer - offen, warmherzig, friedlich, die ihr Land lieben ohne Russland zu hassen. Aber es gibt sehr wenig davon. Ich würde die Schule gerne sponsern, die Frage nur, was meinem Kind dort beigebracht wird.

Der Patriotismus an ukrainischen Schulen bordet über. Den Lehreren in Odessa wurde z.B. nahegelegt zur Lehrereversammlung "Wyschywanki" anzuziehen. (Wyschywanka - wörtlich ein gesticktes Hemd. Ukrainische Nationaltracht, die bis vor kurzem allerdings nur in Dörfern anzutreffen war). In Kiew ist das bereits Tradition.

Was soll man machen, wenn der aktueller ukrainischer Bildungsminister ein Nationalist ist. Autor der Apologetik über Stepan Bandera - Sergej Kwit. Noch als Rektor der Kiew-Mogiljanscher Akademie beteiligte er sich sehr rege an der Neuformatierung des Bewusstseins der jungen Leute. Und er ist noch lange nicht am Ziel. Mit seiner stiller Zustimmung gibt es in Ivano Frankovsk Hass-Lehrstunden wo die Schüler "Tod den Feinden!" skandieren und Puppen fremder Präsidenten abfackeln müssen. Wie im Gazastreifen, wo den Palästinenser auf gleiche Weise der Hass auf Juden eingeimpft wird.

Das Schlimme ist, dass mir die Geschichte nicht nur aus ukrainischen Lehrbüchern bekannt ist, wo die Ukrainer Arier genannt werden und "Saporoger Sitsch" als erste europäische Demokratie bezeichnet wird. Was soll ich meiner Tochter nach der Lehrstunde erklären, dass das Wort "Demokratie" aus dem Griechischen kommt genau so wie das ganze Konzept, und dass die Kosaken sehr weit davon entfernt waren Demokraten zu sein? Ich habe nicht die entfernteste Ahnung wie ich ihr erklären kann, dass die "Helden" der UPA Monster waren, die Zivilbevölkerung für eine primitive nationalistische Idee abschlachteten. Und was die über Russland und Russen lehren... Anders als blutrünstige Einflüsterung kann man das nicht nenenn. Ich will nicht, dass meiner Tochter jeden Tag der Kopf gewaschen und Banderas Weltsicht aufgezwungen wird.

Die sind heute wirklich bereit, den Griechen die Demokratie weg zu nehmen und den Ägyptern die Pyramiden. Es gibt so einen Historiker in der Ukraine - Professor Bebik, Doktor der Politikwissenschaften, Rektor der Universität "Ukraine". Er hält wöchentliche Vorlesungen im Radio "Era", das ich ab und zu mal hörte. Er behauptet, dass gewisse "Urukrainer" - Teukren, von denen noch Herodot gesprochen haben soll, Troja errichteten. Und danach das ganze Griechenland zusammen mit Rom.

Mehr noch, der "erste Rom" war in Sumsker Bezirk, da wo die Flüsse Romen und Sula in einander fließen. Heute heißt die Stadt - Romni. Und folglich ist die Stadt Rom an der Tiber erst der zweite Rom, aber auch durch die Ukrainer gebaut. Das wäre ja ganz witzig, wenn dieser Professor Teilnehmer einer Komedieshow wäre. Aber er ist bittere Realität.
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Das hat vor langer Zeit angefangen, mit den Pinseleien "Moskali auf Messer". So eine gab es bei uns in der Unterführung nicht weit vom Haus. Drei Jahre lang, ohne dass jemand die auch nur angefasst hätte. Noch an der Universität stritt ich mit ukrainischer Historikern. Auch wenn ich während der Vorlesungen schlief, so tat es mir trotzdem in den Ohren weg, als ich hörte, dass während des ukrainischen Bürgerkrieges 8 bis 15 Millionen Ukrainer getötet worden sein sollen. Ich weiss, dass viele getötet wurden, aber doch nicht ein Drittel der heutigen Ukraine.

Dann schaute ich in der Bibliothek nach. Es kam raus, dass im besten Fall um den Faktor 10 weniger. Ich erzählte das dem Dozent. Der wich dem Streit aus und gab miк den Schein. Sofort. Sagte dann ich soll mich nicht mehr in der Vorlesung blicken lassen und die anderen durcheinander bringen. Grüßte danach auch nicht mehr. Auch wenn Geschichte an meiner TH nur Nebenfach war, verstehe ich ругеу, dass das was jetzt abläuft von langer Hand vorbereitet worden ist.

Ich bin froh, dass Mascha während ihrer erster Lehrstunde nicht "Sche ne Wmerla Ukraina" (Die erste Strophe der Ukrainischen Nationalhymne. Wörtlich übersetzt - "Noch nicht tot ist die Ukraine") singen muss. Dass sie nichts vom Professor Bebik wie auch von Bandera und Schuchewitsch hört, welche, wenn die Russen nicht wären, den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten. Soll sie den lebenslustigen Puschkin lesen. Und davon, dass Schewtschenko und Lesja Ukrajinka auch lyrisches schrieben, das erkläre ich ihr selbst.


http://www.rg.ru/2014/09/01/ukraina.html