August 31st, 2014

Donbassfront. Die Lage zum 30. August.

Am 30. August konnte die Volkswehr ihre Positionen halten. Im Raum Donezk wurden ab 15:00 Uhr, nach den wenig erfolgreichen Ausbruchsversuchen der eingekesselten ukrainischen Einheiten, Verwundete und Tote, sowie auch übrige Mannschaften ukrainischer Einheiten nach den von der Armee Denezker Republik gestellten Bedingungen abtransportiert. Zum Einsatz kamen dabei 53 Fahrzeuge. Bei Lugansk ging es für die gegnerischen Einheiten im Wesentlichen nur noch um Verteidigung.

DVR

Donezk – die Nacht war vergleichsmäßig ruhig, doch früh am Morgen gab es wieder Beschuss aus Mörsern sowie Raketenwerfsystemen Grad und Smertsch. Zu Schaden kamen Häuser in den Wohnvierteln Petrowskij (Петровский) , Budenowskij (Будёновский), Kalininskij (Калининский). Ein Geschoss traf einen gerade abfahrenden Omnibus. Man spricht von 2 Toten und 3 Verletzten. Kämpfe gab es in den nordöstlichen Vororten. Hier gab es einen Artillerieschlagabtausch. Die Lage in der Stadt ist angespannt. Die Spannungsverteilerstationen in Vierteln Budenowskij und Petrowskij stehen wieder unter Strom. Am Verteiler im Viertel Kiewskij (Киевский) wird weiter gearbeitet. Omnibusse der Linie 2 fahren wieder. Strassenbahnlinie 1 fährt immer noch bis zur Ekonomitscheskaja-Strasse (ул. Экономическая). Endstation der Linie 42 ist das Krankenhaus Nr.14. Ukrainische Armee setzt den Beschuss der Stadt mit Phosphorbomben fort.
Die zwischen Donezk und Mariupol (Мариуполь) liegende Kreisstadt Wolnowacha (Волноваха) ist fest in der Hand der Novorussischen Armee. Ihre Einnahme bedeutet für die südlichen Einheiten der ukrainischen Armee die Entstehung eines neuen Kessels.



Unter Artilleriefeuer der Junta kamen Ortschaften Mospino (Моспино) (zwei Tote unter Zivilbevölkerung) und die Vororte von Alchevsk (Алчевск).  Bei Yasinovka (Ясиновка) finden Stellungskämpfe unter Einsatz schwerer Waffen statt.

Im Laufe eines Aufklärungsvorstoßes der Volkswehr bei Dolia (Доля) und Andreevka (Андреевка) konnte ein Checkposten und einige Fahrzeuge zerstört werden. Schwere Kämpfe fanden in der Nacht bei den Ortaschaften Illiriya (Иллирия), Krasnyy Luch (Красный Луч), Rodakove (Родаково) statt. Aus den Siedlungen Faschivka (Фащевка) und Chernukhino (Чернухино) konnte der Gegner komplett rausgedrängt werden. Am südlichen Rand der von Gorodishche (Городища) und im Osten von Peremozhnoye (Переможного) konnten Munitionsdepots zerstört werden.

Bei Blagodatnoye (Благодатное) berichten die Einwohner von einer etwa 200 Mann starken Einheit in der Polnisch gesprochen wird.

Richtung Mariupol – bei den Ortschaften Rozy Lyuksemburh (Люксембург), Shcherbak (Щербак) und Nowoasowsk (Новоазовск) konnten vier Angriffe der ukrainischen Armee abgewehrt werden.

Novorussische Armee meldet, dass alle Diversionstrupps in und um Ilovask (Иловайск) erfolgreich eliminiert werden konnten.

Bei Starognatovka (Старогнатовкa) kam eine Mörserbatterie der ukrainischen Armee unter Artilleriebeschuss. 4 Mörser und ein Kommandofahrzeug konnten vernichtet, bis zu 6 Mann getötet werden.



Getötet wurde Hauptmann der 28. Mechanisierten Brigade ukrainischer Streitkräfte – Andrej Bezrutschaka (Андрея Безручака).

Kanal Severskiy Donets-Donbass (Канал Северский Донец-Донбасс)  kam unter Feuer von Gorlowka (Горловка) bis Donezk. Die Wasserleitungen wurden Teilweise zerstört, so dass die Kapazitäten hier nur noch ein Drittel des Vorkriegsniveaus betragen. Hauptziel hier war Verkhnekalmiusskoye Filteranlage (Верхнекальмиусская фильтровальная станция), zum heutigen Zeitpunkt einzige Wasserquelle von Donezk.

Die Novorussische Armee gestattete den Abtransport von Verwundeten und Getöteten Soldaten aus den Kesseln. Für alle übrigen gilt das Ultimatum über die Übergabe der Waffen und Kampffahrzeuge.

Verluste der ukrainischen Armee in DVR nach den Kämpfen am Sonntag werden geschätzt auf: 2 Panzer, 6 gepanzerte Fahrzeuge (BMP, BTR), 10 Fahrzeuge, 1 Raketenwerfer Grad, 2 Artilleriegeschütze und bis zu 70 Mann getötet oder verwundet.

Somit konnten alle gestern eingenommenen Positionen gehalten werden. Es wird berichtet, dass Mariupol zur Hälfte umzingelt ist. Die dort stationierten Einheiten der Junta befestigen ihre Stellungen. Laut Zakharchenko ist kein Sturmangriff geplant, doch wird nach seinen Worten die Novorussische Armee die Stadt „bald“ einnehmen.

LVR

Schwere Kämpfe fanden in der Nacht bei den Ortaschaften Illiriya (Иллирия), Krasnyy Luch (Красный Луч), Rodakove (Родаково) statt. Aus den Siedlungen Faschivka (Фащевка) und Chernukhino (Чернухино) konnte der Gegner komplett rausgedrängt werden. Verluste des Feindes betragen hier 15 Mann.

Als Folge eines Überraschungsangriffes am südlichen Rand von Gorodishche (Городищe) konnten Munitionsdepots und ein Lastwagen „Ural“ zerstört und bis zu 10 Mann getötet werden. Bei Peremozhnoye (Переможное) wurde durch Artilleriefeuer  ein Munitionsdepot zerstört werden.

Nach Lugansk kehrt langsam das Leben zurück. Die Wasserversorgung konnte wiederhergestellt werden. Es wird an der Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung gearbeitet. Stadtdienste nehmen wieder ihre Arbeit auf. Etwa 80 Tausend Essrationen wurden an die Bevölkerung verteilt. Eine öffentliche Kantine konnte wiedereröffnet werden. Endlich konnten die Nazis vom Bataillon „Aidar“ aus Novosvetlovka (Новосветловка) und Khryashchevatoye (Хрящеватое) herausgeschlagen werden. Die Ortschaften befinden sich in einem fürchterlichen Zustand, mehr als 50% der Wohnhäuser sind zerstört.



Am 1. September fängt das Schuljahr in 6 Lugansker Schulen an. Es werden etwa 2500 Erstklässler eingeschult.

Sonstiges.

Heute gab es einen Anschlag auf den Premierminister Donzeker Volksrepublik Aleksander Zacharchenko. Der Fahrer erlitt eine Schussverletzung, der Premier blieb unverletzt.

In der Ortschaft Mnogopolye (Многополье) bei Ilovaisk sind Mitarbeiter des Fernsehsenders Espresso TV verschollen. TV Journalist – Igor Worobjew (Егор Воробьев), Operator Maksim Tschkan (Максим Чкан) und Projektleiter Rostislav Schaposchnikov (Ростислав Шапошников).

Alle früher in der Ukraine festgenommenen russischen Fallschirmjäger konnten nach Hause zurückkehren. Die Verhandlungen waren sehr schwierig, doch der gesunden Menschenverstand hat gewonnen und alles ist gut ausgegangen.
Russland lieferte 63 Soldaten an die Ukraine aus, die in der Russischen Föderation um Asyl baten.
In der russischen Stadt Kamensk-Shakhtinskiy nicht weit von der Ukrainischen Grenze steht der zweite Hilfskonvoi für den Osten der Ukraine.



http://voicesevas.ru/news/yugo-vostok/4263-svodka-voennyh-sobytiy-v-novorossii-za-30082014.html

Novorossija in der Offensive. Wie geht es weiter?

Eine durchaus berechtigte Frage, denn nach der erfolgreichen Gegenoffensive der Neurussischen Armee und Niederlagen der ukrainischen Truppen finden sich sowohl Kiew als auch der Westen in der Situation wieder, in der ein Fortsetzen der Kriegshandlungen nicht mehr forteilhaft ist und man sich lieber mit dem Gegner einigen sollte.

Es stellt sich gleich die Frage, was würde Russland in dieser Situation tun? Die Verhandlungen ablehnen kann man nicht, man ist ja für den Frieden. Das erfolgreiche Vorankommen der Novorussischen Armee abbremsen möchte man aber auch nicht.

Hier hätte Putin im Prinzip drei Möglichkeiten, die wir hier kurz erörtern wollen.


  1. Sich mit der Welt darüber einigen, dass Novorossija als Republik innerhalb einer föderalisierten Ukraine fortbesteht. Hier gäbe es viele Leckerlies, die der Westen Russland versprechen könnte. Z.b. Dass die Ukraine nicht der NATO beitreten wird. Doch diesmal würden es keine leeren Versprechen wie in den Neunzigern sein, sondern z.B. in der neuen Ukrainischen Verfassung schriftlich festgehalten werden (z.B. dass ein Beitritt zu welchen Bündnissen auch immer nur mit Zustimmung aller Teilrepubliken erfolgen darf).

    Sollte Putin dieser Variante zustimmen, und mit allen möglichen Mitteln versuchen das Vorwärtskommen der Novorussischen Armee anzuhalten, würde er auf der geopolitischen Ebene viel gewinnen, aber auf der Innerpolitischen Ebene viel verlieren. Es würde ihm sehr viel Mühe kosten seine Anhänger von der Richtigkeit seiner Entscheidung zu überzeugen, wobei er besonders ihre geopolitischen Vorteile ins Licht rücken müsste. Pragmatisch gesehen, wäre diese Entscheidung die beste für Russland. Doch das Gerechtigkeitsgefühl der Russen, welches viel stärker als Pragmatismus ausgeprägt ist, würde darunter stark leiden. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass diese Variante zwar möglich, doch nur dann realisiert wird, wenn sich Putins Mannschaft etwas dazu einfallen lässt, wie man die Russen, alle Russen inklusive der auf dem Territorium von Novorossija, von der Richtigkeit und Vorteilhaftigkeit dieser Entscheidung überzeugen kann.



  1. Zu versuchen ein doppeltes Spiel zu spielen. Man erzeugt den maximal möglichen Anschein auf die Novorussische Armee einzuwirken, bis auf die Einstellung der Zusammenarbeit mit den Anführern der Volkswehr. Diese würden Putins Forderungen ignorieren und die Kampfhandlungen weiter fortsetzen. Diese Variante hat sowohl Vorteile wie Nachteile. Besonders wenn man den Einfluss Putins berücksichtigt ist sie eher schlecht als gut.

    Erstens wird der Westen auf Putin Druck ausüben und der würde so tun als ob er diesem Druck nachgibt. Was den Russen gar nicht gefallen würde. Zweitens, unter dem Eindruck – Russland würde nachgeben – würde das Fehlen von Resultaten den Westen nur noch mehr dazu veranlassen den Druck auf Russland zu erhöhen und mit weiteren Sanktionen zu drohen. Somit hätte Putin bei dieser Variante nur die Unterstützung seiner treusten Anhänger, somit derer die das Spiel verstehen, von denen es nicht allzu viele geben dürfte. Hier würde Putin nicht viel Gutes vom Westen bekommen und von seiner Beliebtheit im Volk einbüßen. Sollte diese Variante doch gespielt werden, wird sie wahrscheinlich viel ausgeklügelter sein, als ich es hier darstellen könnte.



  1. Die gefährlichste Variante. Russland macht auch hier den Eindruck Kiew und Donezk behilflich zu sein einen Kompromiss finden zu können. Es finden Treffen a-la Minsk stattfinden. Putin trifft Poroschenko, Poroschenko trifft Merkel, Merkel trifft Obama und Obama Putin. Alle entscheiden irgendwas, versuchen einen Kompromiss zu finden, schaffen es aber nicht. Mal stellt Putin zu viele Bedienungen mal Poroschenko. Währenddessen nimmt die Volkswehr Dnepropetrowsk, Nikolaev und Odessa ein. Sie verstehen …

    Theoretisch ist das die gefährlichste Variante, denn es ist nicht abzusehen wer und wann als erster die Geduld verliert. Kann sein, dass Europa Putin nachgibt, kann aber auch sein, dass Poroschenko unter Druck der USA anfängt fürchterliche „Dummheiten“ zu tun. Für Putin würde diese Variante eine sichere Unterstützung im Inneren bedeuten, doch auf der geopolitischen Ebene gäbe es Risiken. Ein Vabanque Spiel. Wenn man Putins Charakter berücksichtigt, wäre das seine Wahl. Risiken einzugehen ist das wovon er viel versteht.


http://www.ruspravda.info/Novorossiya-nastupaet-a-chto-dalshe-6924.html

Putin: Die Volkswehr wird nicht auf die Verhandlungen warten

Der russische Präsident Wladimir Putin teilte mit, sich mit dem ukrainischen Präsidenten auf eine friedliche Beilegung des Konfliktes in der Ostukraine geeinigt zu haben. Er fügte jedoch zu, dass die Volkswehr kaum still sitzen und auf den Anfang der Verhandlungen warten wird.

Der Präsident besteht auf der Realisierung des Plans, auf den er sich mit Poroschenko einigen konnte:

„Man muss sofort mit Verhandlungen anfangen. Und zwar nicht über technische Fragen, sondern über die politische und soziale Organisation im Osten des Landes. Mit dem Ziel die gesetzlichen Interessen der dort lebenden Menschen zu wahren“ – sagte Putin.

Er sagte weiterhin, dass es naiv sei anzunehmen, die Volkswehr würde in Erwartung der Verhandlungen still sitzen, wenn währenddessen ihre Städte und Dörfer beschossen werden

Er erinnerte auch daran, dass der ursprüngliche Grund für die jetzige Situation der bewaffnete Putsch im Februar dieses Jahres ist.

http://ukraina.ru/news/20140831/1010344620.html

PS. Es scheint als hätte sich der Präsident für die dritte Variante entschieden.