August 16th, 2014

Pressekonferenz des Premierministers Donezker Volksrepublik vom 15.08.2014

Pressekonferenz von Aleksander Zakharchenko (Premierminister der Donezker Volksrepublik) vom 15.08.2014



Liebe Journalisten, ich möchte eine kurze Ansprache halten. Heute während der Sitzung des obersten Rates Donezker Republik kam es wichtigen Entscheidungen - heute wurden die wichtigsten Leute bestimmt, die in der Zukunft die Reformen durchführen werden die ich und meine Regierung angefangen haben. Das sind: der neue Verteidigungsminister, Chef des Kommandostabes und Außenminister. Jeder dieser Posten ist sehr wichtig und maßgebend für die Entwicklung aller Reformen, die in der Zukunft statt finden werden. Das war das Erste. Die zweite Anküngigung die ich machen möchte, lautet wie folgt: zum heutigen Zeitpunkt ist die humanitäre Situation in der Donezker Volksrepublik in einem kritischen Zustand. Und die Hilfe die uns aus Russland geschickt wird, und die wir immer noch nicht erhalten können, ist mittlerweile  notwendig wie Luft zum Atmen. Ich möchte mich durch Sie an Ihre Leser und Zuschauer wenden, um ihnen mitzuteilen, dass diese Hilfe von den Menschen in DVR benötigt wird. Sie wird benötigt in allen Städten und Dörfern der Republik. Sie wird von Verwundeten und Kranken .... und auch Soldaten benötigt. Sie wird von allen benötigt. Auch Soldaten haben Familien, Mütter, Väter, Kinder und Frauen. Da fast unsere gesamte Infrastruktur durch die ukrainische Armee zerstört ist. Das Handelsnetz zur Lebensmittelversorgung fehlt praktischn ganz. Die ukrainische Armee vernichtet absichtlich Wasserwerke, Strom- und Wärmekraftwerke, Infrastrukturobjekte und Objekte der Städtischen Lebensversorgung. Wenn wir Dank den früheren  Hilfslieferungen der russischen Föderation die Versorgung der Stadt noch aufrecht erhalten konnten, so ist die Situation zum jetzigen Zeitpunkt bereits kritisch. Das ist es, was ich Ihnen mitteilen wollte, und was ich hoffe durch Sie auch an Ihre Leser weitergereicht wird. Wenn Sie Fragen haben, können Sie diese jetzt stellen.
Nicht mehr als drei.

Können Sie die Namen der neuen Minister nennen?

Klar. Erstens. Verteidigungsminister - Kononov Wladimir Petrowitsch. Gebürtiger Donbasser. Einer der bekanntesten Kommandeure der Kampfeinheiten die in Slavjansk gekämpft haben. Zweitens, Chef des Kommandostabes - Nikolaj Wladimirowitsch Strelkov (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Igor Strelkov). Er hat viel Erfahrung in solcher Arbeit.
Und drittens, Aussenminister - Aleksandr Karaman, der in der Vergangenheit bereits ähnliche Posten ausgeübt hat und der sich in seiner Arbeit gut auskennt.

Warum Rüchtritt von Strelkov? Warum die Neubesetzungen? Manche ausländische Medien sehen das als Zeichen von Unstimmigkeiten zwischen den Rebellen.

Nein, das stimmt überhaupt nicht. Ich möchte meinen tiefen Dank gegenüber Igor Iwanowitsch (Strelkov) äußern. Er hat wirklich viel für das Entstehen der Armee der Volksrepublik getan. Er hat die Armee nach dem russsichen Vorbild, der Armee der Russischen Föderation, aufgebaut. Dem Modell das uns historisch am nächsten steht und von uns aus Mentalitätsgründen und aufgrund der langen gemeinsamen Kampfesgeschichte, die unsere Vorfahren teilen,  am besten verstanden werden kann. Mit für uns verständlichen Beziehungen zwischen den Befehlsgebern und Befehlsempfängern. Das hat alles Igor Iwanowitsch getan. Da seine Aufgabe in dieser Hinsicht  beendet ist, hat er sein Tätigkeitsfeld gewechselt. Wir haben noch so ein Konstrukt wie Noworossija das auch erfahrene Führungskräfte in dem vereinten Kommandestab der Lugansker und Donezker Republiken braucht. Er wird dort eine verantwortungsfolle Aufgabe übernehmen.

Erzählen Sie über die Gegenoffensive, die Sie früher erwähnt haben.

Die Gegenoffensive findet bereits statt, wie Sie sicher verstehen. Der Verbindungskorridor zwischen der Donezker und Lugansker Republiken existiert wieder. Der erste Teil der Gegenoffensive ist gestern Morgen zu Ende gegangen. Während viertägiger Kämpfe wurden dem Feind große Verluste an Mensch und Technik zugefügt. Der Korridor steht wieder. Die nächste Etappe ist die Deblockade der Stadt Lugansk. Ich denke, dass zum heutigen Abend die Blockade der Stadt aufgelöst werden kann. Über die weiteren Schritte möchte ich hier noch nichts sagen.

Was ist mit Malinovka? Gibt es dort einen Korridor nach Russland?

Ja, Marinovka und Stepanowka, sowohl Dmitriewka, Rassipnoje, Zarubnoje, Latischewo, Kozsewnitschewo - alle diese Dörfer befinden sich seit längerer Zeit unter unserer Kontrolle.

Sind diese Grenzübergänge für die Zivilbevölkerung offen?

Ja, das sind sie, Man kann dort rausfahren. Es besteht immer noch Gefahr wegen den noch nicht vollständig geräumten Mienenfeldern. Es wurden viele Strassenabschnitte vermient und zur Zeit arbeiten dort unsere Pioniere. Die ukrainische Armee hat diese Richtung sehr aktiv vermient, und es ist dort zur Zeit noch nicht ganz sicher, aber in ein Paar tagen wird man sich dort frei bewegen können.

Heißt das, das Herr Strelkov sich immer noch in DVR und LVR befindet?

Halt mal. Legen Sie sich erst einmal auf eins fest. Er befindet sich in Novorossija. Er übt dort sein Amt aus. "Geheim" kann er sich in Novorossija aufhalten wo er will. Er hat sich ein Monat Urlaub genommen, was nicht verwundert. Drei Monate in Slavjansk unter ständigem Bombenhagel, das hält nicht jeder Mensch aus.

Heute gab es in einigen Medien die Nachricht, Sie wissen es bestimmt, dass Einheiten der Volkswehr bei Lugansk einen Diversionstrupp der ukrainischen Armee angegriffen und festgesetzt haben, dessen Aufgabe es war den Hilfskonvoi aus Russland am Durchkommen zu hindern.

Wissen Sie, zum jetzigen Zeitpunkt sind mir vier solche Fälle bekannt. Ihr Fall ist entweder einer von denen ich schon weiss, oder ein neuer. Dass die regelmäßig .... Fangen wir damit an, dass es nicht nur die ukrainische Armee ist, die nicht will dass der Hilfskonvoi durchkommt. Eigentlich ist es weniger die ukrainische Armee oder die nationalistischen Banden "Dnepr1" oder "Aidar", die den Konvoi behindern, als die ukrainische Regierung, die unter unterschiedlichen Vorwänden, juristischen oder sonst welchen, den Konvoi behindern. Juristisch zurückhalten. Die verstehen sehr gut, dass die Humanitärhilfe an die Zivilbevölkerung gerichtet ist, und verlangen trotzdem, das alles unter Aufsicht des Roten Kreuzes stattindet, Durchsucht oder durch den Zoll mit Zollerklärung ... dann könnte er auch im Herbst kommen. Ich verstehe, dass sie (die Regierung) für vieles kein Geld haben, so haben sie z.B. eine 1.5% (Kriegs)Steuer eingeführt, dann sollen sie doch daraus die Humanitärhilfe bezahlen. So kann man diese Frage ja auch stellen.

Es gibt sehr widersprüchliche Gerüchte, was zur Zeit bei Lugansk, in diese Richtung (Donezk), passiert.

Nein, keine Widersprüche. Lasst uns schauen. Heute Morgen, gab es Kämpfe bei Krasnij Lutsch, zum Mittag war der Ort, abgesehen von einem kleinen Vorort bereits fast vollständig befreit. Eine direkte Verbindung nach Luganks ist da. Gleichzeitig wurde durch die Kräfte der Lugansker Volkswehr die Blockade der Stadt durchbrochen. Praktisch sofort mit vereinten Kräften von DVR und LVR wurde Swerdlowsk eingenommen. Das ist die aktuelle Information. Zwei Ablenkugsangriffe gab es nach Iwachuschevo und Miusinsk. Miusinks wurde eingenommen, Iwachuschevo ist unter unserer Kontrolle. Eine direkte Verbindung nach Lugansk ist da.

Von den Plänen des Konvois wissen Sie nichts?

Wissen Sie, die Pläne des Konvois hängen nicht davon ab was wir planen, sondern davon was für Verhinderungsmaßnamen die ukrainische Regierung unternimmt. Über die Pläne der ukrainischen Regierung bin ich nicht informiert.

Bezüglich "verhindert, festgenommen" kann ich sogar mehr sagen. Vorgestern ging einer der Kommandeure der 25. Brigade mitsamt eines Schützenpanzers auf unsere Seite über. Von heute an hat er eine Kompanie der Armee Donezker Volksrepublik unter Befehl. Solcher Fälle gibt es sehr viele. Ich vermute, dass es in der nächsten Zeit in diesem Gebiet, Dmitrievka und Kozsewnoje auch die übriggebliebenen Brigaden sich ergeben werden. Ich kann auch erklären warum: weil die Soldaten der regulären Armee der Ukraine nicht verstehen wofür sie hier kämpfen, was sie hier machen, wofür sie hier sterben. Die sind eigentlich keine Feinde sonder eher Verbündete. Sie erfüllen ihre Pflicht und ihren Eid. Verletzen ihn nicht. Meinen Respekt ihnen dafür. Es gibt sogar Fälle wo sie gegen die Batailonen "Dnepr" und "Aidar" (nationalistischen Gruppen finanziert von Oligarch Kolomoiskij) kämpfen. Nicht weit von Ilowaisk finden Gefechte zwischen der regulären ukrainischen Armee und den nationalistischen Selbstverteidigungsbataiilonen statt. Sogar so weit geht es. Deswegen ist es einerseits Schade, weil wir ,Slawen, einander als Folge US-Amerikanischer Machtspiele töten, aber andererseits besteht die Hoffnung, dass das ukrainische Volk selbst versteht, dass es für Gott weiss was kämpft. Wir kämpäfen für unser Land, unsere Kinder, unserz Häuser und verstehen, dass hier unsere Heimat ist für die wir kämpfen. Die Moral einer Kampfeinheit die ihr Haus verteidigt ist um Größenordnungen höher, als derjenigen die für Geld kämpft oder die nicht versteht wofür sie kämpft. Herren Journalisten, es war mir eine Freude eure Bekanntschaft zu machen. Vielen Dank.