August 14th, 2014

Novorossija: Bolotov und Strelkov zurück getreten

Heute gab es zwei weitreichende Personalentscheidungen in Donezker und Lugansker Volksrepubliken.

Valerij Bolotov hat seinen Posten als politischer Führer der Lugansker Volksrepublik auf eigenen Wunsch an seinen Nachvolger, den ehemaligen Verteidigungsminister Igor Plotnitskij, abgetreten. Er gab jedoch an, dass der Rücktritt nur vorübergehender Natur sei und er vorhabe zurück zu kommen. Die Folgen seiner Verletungen (mißglückter Anschlag in Juni) erlauben es ihm nicht sich mit voller Kraft der gemeinsamen Sache zu widmen.
http://voicesevas.ru/news/yugo-vostok/3710-bolotov-ushel-v-otstavku-iz-za-raneniya.html

In eingeweihten Kreisen ist diese Entscheidung schon lange erwartet worden. Er wurde zuletzt im Zusammenhang mit fehlender militärischer Unterstützung der Donezker Volksrepublik und allgemeiner Initiativlosigkeit im Kampf gegen die Junta viel kritisiert. Nach seiner kürzlicher Reise nach Moskau ist er nun von seinem Posten zurück getreten. Als politischer Leader hat Bolotov sehr viel für das Zustandekommen der Lugansker Volksrepublik getan. Jedoch fehlten ihm die nötigen Eigentschaften und Kentnisse um die Rolle aus politischer Leader und als Oberbefehlshaber in einer Person auszuüben. Man hätte diese Kentnisse von ihm auch nicht verlangen dürfen, denn im normalen Leben ist er lediglich ein Feldwebel der Fallschirmjäger gewesen. Es gab zu jenem Zeitpunkt außer ihm und Mozgowoj einfach keinen anderen der die Rolle übernehmen könnte. Nun wird ein Mann mit mehr militärischer Erfahrung die Führung übernemmen. Ob  er die Sache besser machen wird, muss man erst sehen.

Zu Strelkov

Wie der ehemalige Präsident der Donezker Volksrepublik Borodaj heute bekannt gab, ist auch Strelkov von seinem Posten als Verteidigungsminister zurück getreten (http://lifenews.ru/news/138390). Als sein Nachfolger wurde eine nicht weiter genannte Person mit dem Tarnnamen "Zar" genannt. Die beiden stünden im engen Kontakt und verstünden sich gut, so Borodaj. Strelkov würde seine anderen militärischen Aufgaben weiterhin ausführen. Der Rücktritt gebe ihm die Möglichkeit sich freier zu bewegen und mehr Risiken einzugehen.

Es gibt viele Gründe für so eine Entscheidung. Sowohl politische als auch situationsbedingte. Zum Beispiel musste man Strelkov aus der Schusslinie der Leute bringen, die ihn als Gefahr für Russland, Kreml und persönlich Putin darstellen wollten. Klar, dass man in Moskau nicht daran glaubte, das mediale Echo jedoch wurde immer größer und setzte Strelkov unnötig unter Druck.

Letztendlich wurde der Rücktritt von Strelkov nach dem Rücktritt von Bolotov nur logisch. Die politische Umgestaltung des neu entstehenden Staates geht voran und zeigt ganz deutlich, dass man das Projekt Novorossija in Moskau keinesfalls aufgegeben hat. Offensichtlich war der Rücktritt von Strelkov notwendig, damit alle Rebelleneinheiten unter eine gemeinsame Führung gestellt werden können. Der neue Kommandostab befindet sich nun in der Stadt Krasnodon. Genaus das macht nun ein koordiniertes Vorgehen der Armee des Süd-Ostens bei der Verteidigung und, was noch viel wichtiger ist, bei einer möglichen Offensive möglich.

Quellen

http://colonelcassad.livejournal.com/1730800.html
http://yurasumy.livejournal.com/145860.html

http://voicesevas.ru/news/yugo-vostok/3724-igor-strelkov-otstavka-kommentariy-politologa-dmitriya-dzygovbrodskogo.html