July 30th, 2014

Berichte von der Donbassfront vom 30. Juli.



Der Offensive der Junta ist auf den meisten Abschnitten die Puste ausgegangen. Der ambitionierte Plan Donezk und Gorlowka einzukesseln hat nicht funktioniert. Geletej hat bekannt gegeben, dass die Möglichkeiten der Junta die Angriffe fort zu setzen erschöpft seien. Gleich danach hat die Junta beim weissrussichen Präsidenten angefragt, ob er nicht als Vermittler zwischen ihnen und Novorossija auftreten möchte. Offensichtlich brauchen die eine Atempause um ihre Kräfte neu zu formieren und Verstärkung zu holen. Insgesamt ist die Lage zwar schwer, entwickelt sich jedoch zum Vorteil der Volkswehr, die auf praktisch allen Frontabschnitten den umfassenden Angriff der ukrainischen Armee zurückschlagen konnte.

Besonders schmerzhaft wurde für Junta die Niederlage bei Schachtersk und Saur-Mogila, wo sogar der Einsatz von über 250 gepanzerten Fahrzeugen keine erwähnenswerten Resultate mit sich brachte. Nichtdestotrotz, der Verlust großer Teile von Debaltzewo hat die Kommunikation zwischen DVR und LVR erheblich verkompliziert. Ausserdem besteht die Gefahr, dass Donezk und Gorlovka vom Norden umzingelt werden. Auch wenn es nach der Niederlage der Junta bei Schachtersk keine Gefahr mehr für Donezk gibt eingekesselt zu werden, so kann es die Junta, nach der Einnahme von Debaltzewo doch versuchen Gorlovka einzukesseln. Kräfte dafür hat die Junta wohl noch, aber der Abschnitt zwischen Gorlovka und Altschewsk scheint der einzige zu sein, wo die Armee noch etwas versuchen könnte, deswegen würde ich die ukrainische Offensive noch nicht als gänzlich durchgefallen bezeichnen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Junta bei Debaltzewo noch weiter kommt oder die Schwierigkeiten für die Armee immer größer werden.



Saur-Mogila, Sneschnoje, Torez, Schachtersk

Alle Schlüsselstellungen konnten gehalten werden. Die gegnerische Offensive ist zum Erliegen gekommen. Der Feind konnte trotz hoher Verluste in Mensch und Technik kein einziges Ziel erreichen.
Während der Kämpfe um Schachtersk konnten innerhalb des vergangenen Tages etwa 125 gepanzerte Fahzeuge der Junta ganz oder teilweise zerstört werden. Das verkündete der Stellvertretende Verteidigungsminister von DVR Fedor Berezin. Die ukrainische Armee hat diese Angaben bis jetzt nicht kommentiert.
Früh am Mittwoch, im Laufe eines Durchbruches zu einer Siedlung am Ortsrand konnte ein Panzer der Junta beschädigt werden, ein Selbstfahrgeschütz vom Typ „NONA“ und ein Lastwagen Kamaz konnten zerstört werden. Die Lage für heute ist – Schachtersk befindet sich unter Kontrolle der Volkswehr. Die Nationalgarde hat sich im „Grünen“ verschanzt.
In Donzeker Bezirk sind im Laufe der Kämpfe 19 Menschen getötet und 31 verletzt worden. In Schachtersk brennt ein Munitionsdepot. Unter den Milizen gibt es Verwundete.



Junta setzte bei den Kämpfen um Donbass ballistische Raketen kleiner Reichweite „Totschka-U“ ein. Es wurden Reste einer der Rakete gefunden: http://itar-tass.com/mezhdunarodnaya-panorama/1349310

Berichte von dem Batallion „Oplot“

Seit dem 27. Juli hat die ukrainische Armee versucht bei Schachtersk und Torez einen Angriff zu starten, doch vergeblich. Die beiden Städte und die Verbindungsstrasse werden weiterhin durch die Kräfte von DVR kontrolliert. Zwei motorisierte Kolonnen des Feindes wurden zerschlagen. In der einen Kolonne konnten 36 Fahrzeuge in der anderen 73 Fahrzeuge vernichtet werden. Die Milizen haben keine Verluste an Technik. Gestern um Mittag wurden durch die ukrainische Armee aus Granatwerfern und Raketenwerfern Wohngebiete von Donezk beschossen. Opferzahl wird noch ermittelt. Das spricht alles davon, dass die ukrainische Armee weiterhin gegen die Zivilbevölkerung kämpft. Man sollte anmerken, dass eines der Geschosse unweit des Hotels niederging, wo sich zur Zeit eine Delegation des OSZE befindet. Geschossen wurde aus Richtung Flughafen, wo ein Sabotagetrupp des Feindes 3 Raketen und etwa 15 Granaten abfeuern konnte.



Bei Charzisk konnte ein Jagdflugzeug abgeschossen werden. Die Junta behauptet, dass das Flugzeug zwar beschossen jedoch nicht abgeschossen wurde.

Debaltzewo


Nachricht vom Bratislaw Zshiwkovitsch, dem Kommandeur der Serbischen Einheit.

„Habe gerade von meinen Kozakenbrüdern eine Nachricht bekommen, dass die Faschisten damit angeben, mich verhaftet zu haben. Wir haben gute zwei Stunden darüber gelacht, da wir nichts davon wussten, dass ich verhaftet wurde. Unsere Einheit ist stark wie nie. Unsere Stellung ist sehr gut befestigt, so dass die Faschisten hier niemals durchkommen werden. Von den drei Verletzten kommen zwei bereits am Mittwoch wieder zurück. Einer wurde an beiden Beinen operiert und muss sich erst erholen.“

Von Mozgowoj

Zwischen Debaltzewo und Kommisarovka wurden von einer kleinen Milizeneinheit 3 Lastwagen voll mit Soldaten in die Luft gejagt. Verluste der ukr. Arme belaufen sich auf bis zu eine Kompanie. Bei uns gibt es keine Verluste.


Lugansk


Während der vergangenen Nacht gab es Bewegungen der motorisierten Kolonnen der Junta in der Gegend um Lugansk. Kämpfe gab es um Georgiewka wo sich die Armee und die Milizen gegenseitig aus Artilleriegeschützen und Mehrfachraketenwerfern beschossen haben. Weiterhin wird der Lugansker Flughafen, wo immer noch große Armeeeinheiten eingschlossen sind, mit Artillerie„bearbeitet“…
Bei Stukalova Balka wurde von der Nationalgarde an einem Blockposten ein Bus mit Zivilbevölkerung beschossen. Nach Augenzeugenangaben sind viele Menschen getötet worden.
Am Abend davor gab es einen Luftangriff auf Krasnij Lutsch. Es gab einen Toten. Durch den Raketeneinschlag wurden eine Gasleitungen beschädigt. Das Feuer konnte lange Zeit nicht gelöscht werden. Die ganze Stadt ist ohne Gas geblieben. Es gibt auch Schwierigkeiten mit Nahrungsmitteln, was von einer nahenden humanitären Katastrophe sprechen lässt.

Kommentar des Premierministers  von LVR Marat Baschirow zu den Verbrechen der Junta:

Das Leben ist lang. Heute werden sie (die Junta) es (die getöteten Behinderten im Altersheim) „übersehen“, morgen dann mit 10 multiplizieren (und den Milizen in die Schuhe schieben). So funktioniert deren politisches System. Die Alten tun einem Leid. Die sind doch in Rollstühlen gesessen. Nicht einmal nach den ersten Einschlägen konnten sie weglaufen und sich verstecken. Die Aufgabe der Journalisten hier ist zur Zeit nicht „heiße“ News zu bringen, sondern die stattgefundenen Kriegsverbrechen fest zu halten. Gerade die Journalisten sind meistens die ersten die am Tatort ankommen.
Ein Schulfreund von mir hatte vollständige Sammlung der Dokumente aus dem Nürnberger Prozess. Und in jedem Band gab es dutzende Fotos, gemacht von Journalisten aus unterschiedlichen Ländern. Heute haben wir außer Fotoapparate noch Mobiltelefone und Videokameras. Damit kann man auch Videos und Interviews machen. Jetzt verstehe ich wieso die Armee so eine Jagd auf sie (Journalisten) macht.

Heute wurden von der Nationalgarde Zivilisten erschossen, die die Möglichkeit nutzen wollten den von der Kiewer Regierung zuvor eingerichteten humanitären Korridor „Lugansk-Metallist-Stchastje“ zur Flucht aus der Stadt zu benutzen. Nach unseren Angaben fuhren sie mit einem Privatbus und einem PKW. Bei dem Blockposten der Nationalgarde bei Stukalkovo wurde auf sie das Feuer eröffnet. Es ist nicht bekannt, ob in Fahrzeugen jemand überlebt hat, da solche Vorfälle von der Junta geheim gehalten und versteckt werden. Wir wissen jedoch von Augenzeugen, dass es sehr viele Opfer gab. Offensichtlich hat es den Faschisten nicht gefallen, dass die Fahrzeuge ohne weisse Fahnen unterwegs waren und die Insassen, so wie es die ATO-Führung vorgeschrieben hat, keine weißen Bänder an den Armen trugen.
Wir wollen noch mal betonen – Einwohner von Lugansk, glaubt nicht den Versprechen des Agressors, der einseitig irgendwelche Korridore einrichtet, ohne es mit der Führung von LNR, OSZE oder dem Roten Kreuz abgesprochen zu haben. Am sichersten die Stadt verlassen könnt ihr immer noch über die von uns eingerichteten Korridore in Richtung Lugansk-Krasnodon-Izwarino-Donezk (in Russland). Achtet auf euch und eure  Angehörigen.
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Sonstiges.

Einer der amerikanischen Berater, einer von den 180 die neulich in der Ukraine ankamen, wurde beim Baden im Meer von einer Scharfschützenkugel getroffen und verschwand unter Wasser. Währen seine Kollegen verzweifelt versuchten auf dem kahlen Strand ein Versteck zu finden, ging der getroffene Amerikaner „erfolgreich“ unter.
Das ist bereits der dritte getötete Berater. Zwei andere wurden am 24 Juli in Mariupol tot geschossen. Ausserdem wurden 4 schwarze Amerikaner bei den Kämpfen um Dubrowka getötet. Diese unerwarteten Verluste haben dazu geführt, dass die Hälfte der Berater bereits nach Hause abreisen möchte und die anderen nur bleiben wollen, wenn sie nicht an der Front arbeiten müssen.
(Die Info ist unbestätigt)

Originalbericht:
http://colonelcassad.livejournal.com/1701229.html