July 27th, 2014

Ukraine errichtet an der Grenze zu Transnistrien einen 450 km langen Graben.

An der Ukrainisch-Transnistrischen Grenze wurde mit der Errichtung eines 450km langen Grabens bekommen, berichtet die Nachrichtenagentur "Ukrinform".

Die Arbeiten an der Verstärkung der Grenzlinien gehen Tag und Nacht voran. Die ersten 5 Kilometer sind bereits fertigestellt.

Nach den Angaben der medien zielen wurden diese Maßnahmen in erster Linie beschlossen, um mögliche Bewegungen schwerer Panzertechnik und Schmuggel zu verhindern.

Berichtet wird auch, dass die breite des Grabens 3,5m und die Tiefe 2-3 Meter betragen soll. Im Durchschnitt wächste der Graben um etwa 2,5km die Woche.

Vertreter der südlichen Bezirksverwaltung des ukrainischen Grenzschutzes Aleksander Yakovenko gab an, dass "die ersten 5 Kilometer bereits fertig gestellt seien." Er sagte auch "gearbeitet würde Tags und Nachts".

Die Länge der gemeinsamen Grenze zwischen der Ukraine und Moldova beträgt 1018 Kilometer, davon fallen 450 Kilometer auf den Transnistrischen Abschnitt.

http://ria.ru/world/20140726/1017638435.html

Ukrainische Mobilmachung von Innen

Vom Lwiwer (Львов) Journalisten Ostap Drozdow.

Die erste Geschichte ist von einem Soldaten der Sondereinheit "Alpha" der für Zehn Tage in den Urlaub nach Hause fahren durfte. Er erzählt, dass das alles Hoffnungslos sei. Er verstehe nicht wozu das alles. Zeigt sein Smartphone und öffnet die Kontaktliste, "die Hälfte der Kontakte könne man löschen. Die Jungs seien nicht mehr am Leben. Nur innerhalb des letzten Monats seien 40 Freunde und Bekannte gefallen". Er sagt, dass er wohl nicht wieder nach Hause zurückkommt. Sein Ziel in der Urlaubszeit sei es den Papierkram zu erledigen und alles auf seine Mutter zu überschreiben. Die Neuankömminge, die an die Ostfront geschickt würden, seien nur Kanonenfutter. Können fast nichts. Die erfahrenen Kämpfer hätten beschlossen, keine Freundschaften mit den Neuankömmlingen zu knüpfen. Würde im Endeffekt nur Weh tun.
 
Im Nachbarshaus wohnt die Mutter eines Söldners. Egal wie man es versucht - sie möchte nicht öffentlich darüber sprechen. Aus Scham - sie möchte nicht unpatriotisch erscheinen. Der Sohn weint in den Telefonhörer. Die mussten Schützengraben ausheben. Weil das Grundwasser dort so hoch ist, steht das Wasser in den Schützengräben Knöchelhoch. Das viel zu große Schuhwerk ist nass. Die Jungs sitzen in diesen nassen Schützengräben. Abends werden sie von den Mücken "aufgefressen". Verpflegungsration für einen ganzen Tag ist ein halber Brotleib und eine Dose Fischkonserven.

Eine andere Mutter erzählt hinter vorgehaltenen Hand folgendes:
Zum Rasieren haben die Jungs nichts. Die Bartwuchs ist mittlerweile so, dass die aussehen wie Tschetschenen. Den Kopf zu waschen ist ein ganzes Problem. Die meiste Zeit verbringen die Jungs in Schutzhelmen. Der Kopf schwitz, die Haare werden fettig, alles juckt. Um Läuse zu vermeiden schneiden sie sich gegenseitig die Haare. Es fehlt an Unterhosen und Socken. Großen Kerle, die den ganzen Tag im schweren Schuhwerk rumlaufen, schämen sich abends die Schuhe auszuziehen. Der Gestant ist infernalisch. Der größte Traum ist - ein Bad zu nehmen. Gewaschen wird auf die Schnelle, weil das Wasser Goldwert ist. Was Zähneputzen ist, haben viele schon vergessen. Der Soldat erzählt, sein größter Traum sei es in einem Bett auszuschlafen.

Noch eine Geschichte. 20-21 Jährige Studenten aus der Lwiwer technischen Hochschule. Als die Einberufungsbefehle kamen, liefen die Eltern los um Kredie aufzunehmen um die Söhne von der Teilnahme an der ATO frei zu kaufen. Nötigt wären 1200-1500$. Die Mütter stehen unter Schock. Eine hat ihren ganzen Goldschmuck verkauft. Die andere rennt von einem Arzt zum anderen um einen Schein über eine fiktive Krankheit aufzutreiben. Die Eltern sagen, "die Mitarbeiter der Wehrersatzämter seien in Goldgräberstimmung. Die Kohle regnet Tag und Nacht.". Aus Kiev ruft ein Bektannter an, er hätte sich mit 2000$ frei gekauft, ob es in Lwiw billiger sei?

Ein anderer erzählt: "habe einen Einberufungsbescheid bekommen. In Mai. Hat mich sehr gewundert, da ich gerade meine Masterarbeit schreibe und bald die Diplome verliehen werden." Er sei ein Allergiker - von Kindheit an. Von Mai bis Juli sei es bei ihm sehr schlimm. Rote Augen, die Nase läuft. Ohne Medikamente gehe ncihts. Außerdem sähe er auf einem Augen fast nichts (Sehkraft weniger als 10%). Nichtsdestotrotz wurde er als tauglich eingestufft. Man habe ihm gesagt, er soll seine Mutter vorbeischicken, evtl. käme da was raus. Die Mutter ist aber zum Arbeiten im Ausland. Am meisten habe seine Frage für Erheiterung gesorgt, ob er wohl seine Medikamente auch an der Front bekommt? So ein Gelächter habe er in seinem Leben noch nie gehört.

Eine andere Geschichte. Ein Dichter, Dolmetscher, Schriftsteller. Führt Literarische Aktionen durch. Hat mehrere Bücher veröffentlicht. Man versprach ihm das Schiessen aus irgendeiner Fliegerabwehrlafette beizubringen. Die Tatsache, dass dieser Mann in seinem ganzen Leben nichts schwereres als eine Tasche voll Bücher in der Hand hielt, hat keinen interessiert.Nach keinen Kriterien ist er für den Krieg geeignet. Nicht einmal zu physischen Arbeit. Der Mensch ist einfach aus anderem Holz geschnitzt. Sein Kokpf ist die ganze Zeit damit beschäftigt, wo man gute Ölfarben herbekommt, was für ei Krieg? Achtet auf sein Äußeres. Gespräche über Krieg interessieren in nur als Vorlage für neue Kunstwerke. Für solche Leute ist die Einberufung eine Mißhandlung.

Noch ein junger Mann. 30 Jahre alt. Soll auch mobilisiert werden. Ja, er war tatsächlich bei der Armee. Das einzige was er da gelernt hat war Boden wischen und schnell Kartoffeln schälen. Nach Papieren ist ein Schütze, doch schiessen kann er nicht. Und will auch nicht, weil er zur Zeit mit  einer internationalen Organisation zur Unterstützung von Waisenkindern zusammen arbeitet. Eine Einberufung käme für ihn einer persönlichen Tragödie gleich. Er ist weder psychisch noch physisch für den Armeedienst tauglich.

Eine weitere Geschichte aus Ternopol. Vater dreier minderjähriger Kinder (16,8,2) wurde einberufen. Der Mann hat eine wunderbaren Arbeit. Kriegt 9000 pro Monat. Fragt ob der Staat seine Familie auf diesem Niveau weiter versorgen wird, oder ob er die Arbeit aufgeben soll und irgendwo seinen Kopf für eine Summe riskieren, die 3 mal kleiner ist?

Eine Dame hat angerufen. Ihr Patenkind hat sich freiwillig gemeldet. Hat eine minderjährige Tochter zurückgelassen. Schon seit einem halben Jahr kommt kein Geld mehr für den Unterhalt des Kindes. Fremde Leute kümmern sich ums Kind. Mietrückstand beträgt mittlerweile mehr als 2000. Wenn das Kind den Vater übers Geld fragt, sagt dieser "er hätte hier noch überhaupt kein Geld gesehen. Und denjenigen die im Kampf verwundet wurden habe man reingeschrieben "Alltagsverletzung".

Das ist nur ein Teil der Geschichten, die ich bekomme. Alle diese Leute schämen sich. Sie haben Angst in Untergrabung der Truppenmoral beschuldigt zu werden. Ich kann ihnen nichts versprechen. Deswegen werden unter solchen Berichten garantiert solche Kommentare auftauchen werden wie: "Ukraine ist über alles, man muss für sie etwas riskieren" und so weiter. Andere werden behaupten das wäre alles erfunden und nach Nachnahmen verlangen. Noch jemand wird schreiben, der Autor soll schnellstens an die Front und für sein Land sterben. Und wenn er dass tut, so hat er es verdient.

Keinem dieser Kommentare könnte ich irgend etwas entgegen stellen - außer der verschwiegenen Scham dieser Leute, deren Geschichten ich hier widergebe. Scham auf sich selbst. Scham für ihre bodenständigen Ansprüch an die Regierung, die sie 23 Jahre lang verachtet hat. Sie fühlen ihre machtlosigkeit gegenüber dem Ausschlachten des Patriotismusgefühls. Sie verstehen alles sehr gut.

In ihrem Namen möchte ich den Herrn Präsidenten fragen: wo sind die 1000 Grivna pro Tag, die Sie während Ihrer Wahlkampanie den Soldaten versrprochen haben? Wo sind die versprochenen 1000000 Grivna Lebensversicherung? Wo sind die Versprechen, dass nur Freiwillige an die Front geschickt werden?

Klar, das Land ist in einer Krise. Ja. Unsere Leute haben keine schusssicheren Westen, während die Ukraine den 4. Platz im Waffenexport in der Welt belegt.

Und das ist im Herzen des patriotischen Galizien. Patriotismus aus allen Poren. Meine Bekannte aus Polen sagen, es sei dort mit solchen Patrioten alles überschwemmt. Die Polen nutzen das aus, viele billige Arbeitskräfte drücken den Lohn. Nur Geschäfte, nichts persönliches.

Stellen Sie sich vor wie es in anderen Regionen des Landes aussieht.

http://112.ua/mnenie/i-snova-pro-ato-neskolko-istoriy-iz-rubriki-zhest-93256.html
http://yurasumy.livejournal.com/126534.html

Ukraine: Vietnam im Schnelldurchlauf

Die Einkesselung und Vernichtung der ukrainischen Divisionen im Süden von Novorossia wurde zum Wendepunkt des Krieges. Dabei sind nicht nur die für die Kiewer Junta unverzeihlich hohen Verluste an Menschen und Technik wichtig, sondern der psychologische Effekt, der mittlerweile in der ganzen Ukraine zu spüren ist. Durchbruch der Informationsblockade, hunderte Fahnenflüchtige, die nach Hause gekommen sind und die Wahrheit über den Krieg erzählen. Das wurde zu einer explosiven Mischung, die die Junta viel früher wegblasen könnte, als die Armee der Novorossia.

Nach offiziellen Angaben gibt es immer noch sehr viele Soldaten. Aber nur sehr wenige wollen kämpfen. Und deren Zahl sinkt mit jedem Tag. Noch schlimmer sieht es im Hinterland aus - hunderte von Todesnachrichten (und Vermisstennachrichten, was im Grunde das selbe ist) lichteten den Rauschschleier ukrainischer Provinzbevölkerung. Die Siegesmeldungen von der Front stehen im krassen Gegensatz zu den Anrufen der involvierten Angehörigen. Aber nicht einmal das ist das Wichtigste. Heute haben die Soldaten, und somit auch deren Verwandte im Hinterland, zum Glück, verstanden, dass sie nicht gegen die russischen Söldner kämpfen, sondern gegen ein Teil der ukrainischen Bevölkerung, der die Ideale der Junta nicht annehmen will.

Die Geographie der Antikriegskundgebungen ist so weit verteilt, dass es viel einfacher ist die Regionen aufzuzählen wo sie nicht stattfanden, als die wo es sie gab. Es sind Mütter, Väter und Frauen der Soldaten. Sie alle als "Feinde der Revolution" abzustempeln wird nicht gehen. Und noch wichtiger, ein gewaltsames Auseinandertreiben dieser Kundgebungen wird mit Sicherheit ein Teil der Armee gegen Kiew rebellieren lassen.

Kiewer Regime ist in einer Sackgasse. Es kann die Antikriegskundgebungen nicht gewaltsam bekämpfen. Es kann sie aber auch nicht gewähren lassen. Die Aktionen breiten sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Und jetzt noch die dritte Welle der Mobilmachung. In Bukowina hat sie de Facto bereits zu einem Volksaufstand geführt (derzeit noch nur gegen die Mitarbeiter der Kreiswehrersatzämter). Wenn man das zulässt, wird die Aufstandswelle das ganze Land erfassen und die Mobilmachung zum Scheitern bringen. Man kann nichts mehr dagegen tun - die Menschen glauben der Regierung nicht mehr und wollen diesen Krieg nicht. Ungeachtet der Vorwände. Die wollen ihn einfach nicht und Schluss. Sollte die Junta sich dagegen wehren, kriegt sie eine zweite Rebellenarmee, nur jetzt im eigenen Hinterland.

Der Zerfallsprozess der "vereinten Ukraine" der Junta ist von Innen schlecht zu sehen. Genauso einen Prozess hat es in Indochina 1960-1070 gegeben. Alle Stadien der Niederlage der USA ( zusammen mit dem südvietnamesischen Marionettenregime ) werden in der Ukraine mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit durchlaufen. Wir sind jetzt im Stadium der studentischen Aufstände (und Massenfahnenflucht der Soldaten der südvietnamesischen Armee), die das Weiße Haus mit Hilfe der Armee niederschlug (mit vielen Toten). Danach kam die Niederlage der USA - die schändlichste in deren ganzen Geschichte. Und der Sturm auf Saigon. Der Sturm an dem neben der Armee des Nordvietnams auch die Aufständischen der südvietnamesischen Befreiungsfront teilnahmen. Zum großen Teil Soldaten der ehemaligen südvietnamesischen Armee.

http://centerkor-ua.org/mneniya/obshchestvo/item/1525-ukraina-perezhivaet-vetnamskij-sindrom.html